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Von der Wichtigkeit des Teetrinkens

Die arbeitende Bevölkerung braucht ihre Rituale

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Auch die nicht pedantischen unter uns brauchen zum konzentrierten Arbeiten irgend etwas, ein Ritual, damit sie sich wohl und entspannt fühlen. Einige Kolleginnen hören bei der Arbeit Musik. Einige ziehen die Schuhe aus. Ich brauche meinen Teepott. Was ist Dein Ritual...?

Nein, es ist kein Zufall, daß mein Teepott mit aufs Foto durfte. Wenn ich arbeite, steht er immer auf dem Schreibtisch neben mir - wie auch jetzt gerade. Der Tee ist längst kalt geworden. Auch das passiert mir nicht zum ersten Mal.

Wenn ich so richtig in die Arbeit vertieft bin und an einer kniffligen, interessanten Aufgabe herumtüftle, wird dabei der Tee kalt. Das ist normal und war schon immer so. Nach einer Weile tauche ich aus der Versenkung auf und denke: ich könnte mal einen Schluck Tee trinken. Dann setze ich die Tasse an, verziehe das Gesicht, trinke sie halb aus und gieße frischen, heißen Tee aus der Kanne oben drauf. Dann arbeite ich weiter... und der Tee wird wieder kalt...

Sinnlos? Schrullig? Mag sein, aber ich kann nicht ohne. Wenn die Tasse da nicht steht, kann ich nicht denken. Ohne meinen Teepott wäre nie was aus mir geworden. Nicht mal meine Abiprüfungen hätte ich bestanden, vom Examen ganz zu schweigen.

Das Teekochen ist seit zwanzig Jahren ein notwendiges Ritual, eine Sammlungs-Zeremonie, die ich vollziehen muß, bevor ich mich an die Arbeit setzen kann. Während ich Wasser heiß mache, die Teeblätter ins Sieb fülle, den Tee aufgieße, auf meine Tee-Uhr kucke, das Teelicht anzünde... während ich das alles tue, stelle ich mich innerlich auf die Arbeit ein. Es hat überhaupt keinen Sinn, mich ohne Tee an den Schreibtisch zu setzen. Ich kann mich unmöglich konzentrieren, wenn da kein Teepott steht.

Andere Leute haben andere Schrullen. Hier sind ein paar, die ich kenne:

Und, was ist Deine Schrulle?

Wie, Du hast keine...? Glaub ich Dir nicht! Denk noch mal genau drüber nach. Und wenn Dir wirklich nichts einfällt, dann sei mutig und frag Deine Kollegen. Vielleicht summst Du bei der Arbeit vor Dich hin und weißt es gar nicht? Na los, finde Deine Schrulle... und dann schreib mir eine E-Mail. Ich behalt's auch für mich... ;o)

Da fällt mir ein: was macht eigentlich mein Tee...?

© Meg Palffy 02/2002

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