Jaja, es stimmt schon: eine vernünftige, seriöse Website sollte nicht alle vier Monate ihr Layout wechseln - Kontinuität, Wiedererkennungswert, einheitliche Gestaltung sind wichtig. Also warum zum Teufel...?
Es geschah Ende des letzten Jahres: Mein neues Layout war kürzlich erst aus dem Ofen gekommen und duftete noch ganz frisch. Erst im September hatte ich es entwickelt und ins Netz gestellt. Und ich war auch ganz zufrieden, eigentlich...
Aber eben nur "eigentlich". So richtig glücklich war ich von Anfang an nicht damit. Schon nach kurzer Zeit fing ich also an, nochmal an einem neuen, besseren Gesicht für megpalffy.org zu basteln. Jetzt ist es fertig. Und ich verrate Dir gerne, warum ich es so noch besser finde.
Als ich das September-Layout entwickelte, beschloß ich, bei megpalffy.org ab sofort auf Tabellen-Tricksereien zu verzichten und meine Seiten konsequent nach den Web-Standards zu bauen. Das bedeutete, daß ich zum Positionieren aller Inhalte Style-Sheets (CSS) statt Tabellen einsetzen würde.
Aber das - so stellte ich ziemlich bald fest - ist gar nicht so einfach! Ich hatte mich seit Jahren daran gewöhnt, beim Gestalten von Webseiten in Tabellen zu denken. Ich hatte sogar richtig Spaß daran, komplizierte Tabellen-Layouts von Hand direkt im HTML-Quelltext auszutüfteln - wie zum Beispiel für meine Piratengeschichte.
Es war spannend, in nächtelanger Puzzlearbeit herauszufinden, wie ich die Tabellen ineinander verschachteln mußte, damit meine Seiten in den wichtigsten Browsern gut rüberkamen. Je komplizierter die Aufgabe, desto stolzer war ich auf meinen handgeschriebenen Code - daß er unübersichtlich und schwer zu lesen war, empfand ich zwar als Nachteil, aber gleichzeitig war ich stolz darauf, daß ich "mit Tabellen umgehen" konnte.
Mich von Tabellen zu verabschieden bedeutete also nichts weniger, als daß ich ganz von vorne anfangen mußte. Ich hatte CSS vorher nur dazu benutzt, alle Texte innerhalb eines Projekts einheitlich zu formatieren. Jetzt sollte mein Style-Sheet auch noch die Positionierung aller Seitenelemente übernehmen - und ich hatte nicht die blasseste Ahnung, wie man sowas macht.
Ich las mir also erst mal eine Menge Stoff zum Thema CSS durch: zusätzlich zum CSS-Kapitel in Selfhtml durchstöberte ich vor allem Jeffrey Zeldmans A List Apart und Eric Costellos glish.com. Eine Menge interessante Beispiele fand ich außerdem im "Layout Reservoir" bei BlueRobot und in den "Little Boxes" bei TheNoodleIncident.
Und ich stellte fest, daß ich radikal umdenken mußte. Ich setzte mir selbst die Aufgabe, ganz ohne Tabellen auszukommen, und gestattete mir keine Kompromisse. Wenn schon CSS, dann aber richtig, nahm ich mir vor.
Das Ergebnis funktionierte in all jenen Browsern prächtig, die Web-Standards einigermaßen vernünftig beherrschen (wie hier in Mozilla).
Nur Netscape 4.x blieb komplett auf der Strecke. Ich ging also minimalistisch vor und sorgte wenigstens dafür, daß alle Seiten trotzdem lesbar waren und die Navigation funktionierte. Schön sahen die Seiten aber in Netscape 4.x nicht aus, und die Navigation klebte am Ende der Seite - nämlich dort, wo sie auch im Quelltext stand.
Genau so stellte ich megpalffy.org ins Netz. Falls Du ausprobieren möchtest, wie das in Deinem Browser aussieht: hier ist das Template.
Aber nein, ich war nicht glücklich. Mir gefiel meine eigene radikale Linie nicht so richtig. Natürlich hatte ich keine Lust, bis in alle Ewigkeit auf alte Browser Rücksicht zu nehmen. Und auf keinen Fall wollte ich zurück zur Tabellen-Trickserei! Mein neuer Quelltext gefiel mir gut, er war kurz und knapp, sehr übersichtlich und leicht anzupassen.
Aber es mußte doch eine Lösung geben, die auch in Netscape 4.x wenigstens ein bißchen gut aussah? Etwas mehr als notdürftig formatierter Text sollte doch wohl möglich sein?
Daß ich radikal sein kann, brauchte ich ja nun nicht mehr zu beweisen - und wie das Positionieren mit CSS funktioniert, hatte ich auch begriffen. Aber könnte man nicht beides schaffen: Quelltext konsequent nach Web-Standards schreiben, und trotzdem in Netscape 4.x gut aussehen?
Das habe ich hier also versucht. Der Quelltext ist dabei sogar noch knapper und übersichtlicher geworden. Und nachdem ich noch ein paar Anregungen meiner Besucher beherzigt habe (nämlich von Thorsten und von emu, vielen Dank an Euch beide), sieht das auf meinem Rechner jetzt so aus:
Damit bin ich glücklich. ;o)
Also kann es jetzt wohl endlich losgehn mit der Kontinuität bei megpalffy.org...?
© Meg Palffy 01/2002