wütend für das Kind

Ich beneide Frauen, die sich nichts gefallen lassen. Ich selbst finde wütend werden nämlich gar nicht so einfach.

Jedenfalls nicht, wenn es darum geht, daß mir selbst Unrecht geschieht. Wenn es jemand anderen betrifft, der sich nicht selbst wehren kann, dann kann ich sehr sauer werden und auch richtig kämpfen. Aber für mich nicht, das ist wie eine innere Barriere.

Das kann natürlich nicht so bleiben, sonst geh ich ja mit der Zeit unter. Deshalb wende ich einen Trick an, um die Barriere zu überwinden.

Ich stelle mir nämlich ein Kind vor, das Kind, das in mir steckt. Es ist so ungefähr fünf Jahre alt, kann noch nicht viel alleine. Wenn mir jemand unrecht tut, stelle ich mir vor, daß er damit ja gleichzeitig unfair zu diesem Kind ist, es schlecht behandelt. Bei dem Gedanken kann ich dann doch in eine richtige Wut geraten.

 

©2001/2004
Meg Palffy