Glück

Nach einem Arbeitstag nach Hause kommen, zu Abend essen. Ein gutes Buch, ein Mensch, mit dem man sprechen kann. Ruhe finden. Alles hat seinen Platz, die Blumen im Vorgarten blühen und welken mit den Jahreszeiten. Die Waschmaschine funktioniert, weil sie neu ist. Zusehen, wie die Nachbarskinder größer werden. Den Hausflur putzen nicht vergessen. Morgens aus dem Haus gehen in eine frisch gewaschene Welt.

Das ist die eine Art von Glück.

Dann aus dem Alltag unversehens in eine Wildnis stolpern. Ein Haus auf dem Land, ein Raum voller Instrumente, eine Gruppe musikverrückter Menschen. Innehalten, hören, spielen. Aus dem Rhythmus fallen. In den Rhythmus finden. Aus dem Licht in die Dunkelheit laufen und wieder ins Licht, die Milchstraße, Nebel auf den Wiesen, Misteln in den Zweigen. Bei Tag sähe hier alles viel nüchterner aus. Kochen und Essen im Durcheinander, ein Froschwitz, ein Tomatenwitz, im Frühtau zu Berge, Ernstsein und Lachen, als wären wir alle bekifft. Laut und leise, ein Abglanz des Ewigen. Müssen wir wieder zurück?

Im Alltag, am Montagmorgen in der U-Bahn, verfolgt mich ein Fünfergroove. Man könnte eine neue WG gründen. 

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