Jemand sagt zu mir:
Wenn man kein Haus und keine Kinder hat wie Du, dann ist man ungebunden.
Dann ist es egal, in welcher Stadt man lebt.
Ungebunden stimmt nicht.
Egal stimmt schon gar nicht.
Ich habe ein nett vollgestopftes Zimmer, in dem ich mich zuhause fühle, zwei ausgeglichene Mitbewohner ohne Putzkoller, die WG über mir, in der sie abends Gitarre üben, den verschlafenen Menschen morgens am Zeitungskiosk, frische Franzbrötchen ohne Rosinen, unzählige Kramläden, vor denen ich immer wieder staunend stehe und mich frage: "Wer kauft sowas?", drei U-Bahn-Linien im Fünf- bis Zehn-Minuten-Takt, nordisch helle Sommer und lange dunkle Winternächte, die Köhlbrandbrücke, das Flutlicht von St. Pauli, das bis zu uns herüberscheint... ![]()