aufstehn

Hamburger Winter 2002/03

Geld für noch mehr Sicherheitskräfte am Bahnhof, Geld für neue Polizei-Uniformen, Geld für einen neuen Ordnungsdienst, der darauf achten soll, daß Jugendliche in der Öffentlichkeit nicht rauchen.

Kein Geld mehr für Drogenhilfeprojekte, kein Geld mehr für Bildung und Fortbildung, kein Geld mehr für Stadtteilcafes und offene Treffpunkte in den Hochhausvierteln.

Platz für Autos auf Gehwegen, sogar im Parkverbot, Platz für Olympia-Neubauten, Platz für Luxuswohnungen und Geschäftshäuser in der neuen Hafen-City.

Kein Platz mehr für Obdachlose, kein Platz mehr für Kinderspielplätze in den Stadtteilen, kein Platz mehr für Bauwagensiedlungen auf freien Grundstücken.

Jede Woche neue Demonstrationen, immer mit großem Polizeiaufgebot.

Die meisten Zeitungen berichten von "Chaoten", "Randale", "Festnahmen".

Demo-Teilnehmer berichten von friedlichen, kreativen Demos, von freundlichen Gesprächen mit einzelnen Polizisten und Passanten, von viel Zustimmung und Solidarität von den "normalen Leuten".

Ein altes Lied von bots, das in meinem Kopf schlief, ist wieder aufgewacht.

"Die zu ihrer Freiheit
auch die Freiheit
ihrer Nachbarn brauchen,
sollen aufstehn..." 

denkzeug ist ein Projekt von Meg Palffy  <<< Inhalt